Maschinenstretchfolie: Normalcast und Powerfolie passend auswählen
Maschinenstretchfolie verbindet die Packstücke auf einer Palette zu einer stabilen Ladeeinheit. Sie wird mit einem Palettenwickler verarbeitet und unterstützt den Zusammenhalt der Ware bei Lagerung, Umschlag und Transport.
Welche Folie die richtige ist, hängt von Ihrer Stretchmaschine, dem Palettenaufbau und der Empfindlichkeit der Verpackungen ab. Normalcast und Powerfolie bieten unterschiedliche Möglichkeiten. Eine abgestimmte Powerfolie kann den Materialverbrauch senken und ist in Verbindung mit einer geeigneten Vorreckeinheit besonders interessant für leichte oder druckempfindliche Kartonpaletten.
Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Folienqualität, Vorreckung, Anlegezug und Wickelprogramm. Die passende Folie stabilisiert Ihre Ware und ermöglicht einen wirtschaftlichen Verpackungsprozess.
Sie möchten wissen, welche Qualität zu Ihrem Wickler passt? Unsere Beratung erreichen Sie unter +49 351 2075120 oder über das Kontaktformular.
Normalcast und Powerfolie: Was ist der Unterschied?
Normalcast bezeichnet im Handel üblicherweise eine Standardqualität von Cast-Stretchfolie. „Cast“ beschreibt das Herstellungsverfahren: Die Kunststoffschmelze wird als Folienbahn ausgeformt und über gekühlte Walzen abgekühlt. Der Begriff allein legt weder eine bestimmte Stärke noch einen einheitlichen Dehnwert fest.
Powerfolie bezeichnet üblicherweise eine leistungsfähigere Folienqualität. Für die Verarbeitung mit hoher maschineller Vorreckung wird sie gezielt auf Dehnfähigkeit und geeignete mechanische Eigenschaften abgestimmt. Auch Powerfolie kann im Castverfahren hergestellt werden.
Normalcast und Power sind deshalb keine zwei grundsätzlich verschiedenen Kunststoffarten. Die Bezeichnungen beschreiben vor allem unterschiedliche Leistungsqualitäten. Da Hersteller Begriffe wie Standard, Power und Super Power unterschiedlich verwenden, bleiben die Angaben zur konkreten Folie maßgeblich.
Normalcast beziehungsweise Standardfolie
- Einsatz: übliche Wickelanwendungen, sofern Maschine und Ware zur Qualität passen.
- Vorreckung: innerhalb des für das Produkt vorgesehenen Bereichs.
- Maschine: je nach Ausführung für Wickler mit Rollenbremse oder geeigneter Vorreckeinheit.
- Wirtschaftlichkeit: kann bei passenden Anforderungen eine gute Lösung sein.
- Auswahlkriterium: stabile Ladeeinheit bei geeignetem Verbrauch und zuverlässiger Verarbeitung.
Powerfolie
- Einsatz: leistungsorientierte Wickelprozesse und Anwendungen mit abgestimmter Vorreckung.
- Vorreckung: bei hochdehnbaren Ausführungen für höhere Beanspruchung im Wickelkopf ausgelegt.
- Maschine: Folienqualität und Vorrecksystem müssen zusammenpassen.
- Wirtschaftlichkeit: kann den Materialeinsatz je ausreichend stabiler Palette reduzieren.
- Zusätzlicher Nutzen: bei geregelter Folienzufuhr und geringem Anlegezug auch für leichte, empfindliche Ladungen interessant.
Warum Powerfolie verwenden?
Eine hochdehnbare Powerfolie ermöglicht es einer passenden Vorreckeinheit, aus derselben ungedehnten Rollenlänge mehr nutzbare Folienbahnlänge zu gewinnen. Das bietet Potenzial für einen geringeren Materialverbrauch, sofern die erforderliche Stabilität der Ladeeinheit erhalten bleibt.
Der Nutzen geht jedoch über die reine Materialersparnis hinaus:
- Die Maschine übernimmt die Dehnarbeit: Die wesentliche Dehnung erfolgt bereits im Wickelkopf, bevor die Folie die Ware erreicht.
- Schonendes Umwickeln leichter Paletten: Ein geeignetes System kann vorgereckte Folie mit geringem Zug an leichte Kartons oder druckempfindliche Verpackungen anlegen.
- Nutzung leistungsfähiger Wickler: Die Folie kann zu Vorrecksystemen passen, die eine ungeeignete Standardqualität zu stark beanspruchen würden.
- Geringerer Materialeinsatz: Ein abgestimmter Prozess kann weniger Folienmaterial je ausreichend stabiler Palette benötigen.
- Zuverlässige Verarbeitung: Passende Dehnfähigkeit, Durchstoßfestigkeit und Weiterreißeigenschaften können Abrisse und Unterbrechungen verringern.
Ob eine Powerfolie diese Vorteile in Ihrem Betrieb erreicht, zeigt der Wickelversuch. Eine hohe Dehnfähigkeit allein garantiert weder bessere Haltewirkung noch weniger Folienlagen.
So funktioniert die Vorreckung im Wickelkopf
Bei einer angetriebenen Vorreckeinheit läuft die Folie über zwei Walzen mit unterschiedlicher Umfangsgeschwindigkeit. Damit ist die Geschwindigkeit gemeint, mit der sich die jeweilige Walzenoberfläche bewegt und die Folie weiterführt.
- Die Folie wird von der Vorratsrolle abgewickelt. Sie gelangt zunächst zur langsamer laufenden Vorreckwalze.
- Die erste Walze führt die Folie zu. Sie gibt eine bestimmte Folienlänge pro Zeit weiter.
- Die zweite Walze läuft schneller. Sie transportiert in derselben Zeit mehr Folienbahnlänge ab. Dadurch wird die Folie zwischen den beiden Walzen gedehnt.
- Die vorgereckte Folie wird an die Palette geführt. Bei einem geeigneten, geregelten System lässt sich der Anlegezug an die Ware getrennt von der Vorreckung beeinflussen.
Warum die Folienqualität zur Vorreckung passen muss
Für eine hohe maschinelle Vorreckung muss die Folie für die dabei auftretende Beanspruchung ausgelegt sein. Eine passende Powerfolie kann diese Dehnung im Wickelkopf zuverlässig aufnehmen und anschließend die benötigte Haltewirkung unterstützen.
Eine ungeeignete Folie kann reißen, sich zu stark verjüngen oder ein ungleichmäßiges Wickelergebnis liefern. Deshalb müssen nutzbare Vorreckung der Folie und Einstellung der Maschine zusammenpassen. Auch Standardfolien besitzen je nach Qualität einen nutzbaren Vorreckbereich; sie lassen sich jedoch nicht beliebig stärker dehnen.
Die nutzbare Maschinenvorreckung ist von einer im Labor gemessenen Bruchdehnung zu unterscheiden. Bruchdehnung bezeichnet die Dehnung einer Prüfprobe bis zum Reißen und ist kein freigegebener Dauerbetriebswert für den Wickler.
Powerfolie für besonders leichte und empfindliche Paletten
Leichte Kartons, weiche Verpackungen und wenig eigenstabile Stapel reagieren empfindlich auf hohen Zug beim Wickeln. Packstücke können verrutschen, der Stapel kann sich verformen oder Kartonwände können eingedrückt werden. Gerade bei solchen Ladeeinheiten ist ein kontrollierter Anlegezug besonders wichtig.
Die Palette muss die Dehnarbeit nicht übernehmen
Bei einem einfachen Bremswickler entsteht die Dehnung dadurch, dass die Folie gegen den Widerstand der Rollenbremse von der Palette gezogen wird. Die Ware nimmt dabei den Folienzug auf. Bei einer angetriebenen Vorreckeinheit übernimmt dagegen der Wickelkopf die wesentliche Dehnarbeit.
Mit einer geregelten Folienzufuhr kann die vorgereckte Powerfolie anschließend mit geringer Anlegespannung und möglichst wenig zusätzlicher Dehnung um die Ware gelegt werden. Die leichten Kartons müssen dadurch nicht den hohen Zug aufnehmen, der für die eigentliche Vorreckung erforderlich ist.
Für besonders leichte oder druckempfindliche Paletten ist die Abstimmung aus geeigneter Folie, Vorrecksystem und geringem Anlegezug unverzichtbar. Eine dazu passende Powerfolie ist ein wichtiger Baustein, um die Ladeeinheit zu stabilisieren und gleichzeitig ihre Verpackungen zu schonen.
Wie die elastische Rückstellung zum Halt beiträgt
Die gedehnte Stretchfolie besitzt eine elastische Rückstellwirkung: Sie möchte sich teilweise wieder verkürzen. Sobald sie um die Ladeeinheit liegt, begrenzt die Ware diese Rückstellung. Die dabei wirkenden Kräfte tragen zum Zusammenhalt der Packstücke bei.
Die vorgereckte Folie lässt sich so mit geringem Anlegezug um die Ware legen. An der umwickelten Ladeeinheit trägt ihre elastische Rückstellwirkung gemeinsam mit Anlegespannung und Folienlagen zum Halt bei. Für die gesamte Wirkung sind außerdem die Folienqualität und das Wickelprogramm entscheidend.
Die Rückstellwirkung entsteht durch das Dehnen der Folie; sie wird durch den Kontakt mit der Palette nicht erst eingeschaltet. Ein geringer Anlegezug bedeutet außerdem nicht, dass die Folie völlig ohne Zug verarbeitet wird. Ziel ist ausreichend Halt bei einer Belastung, die Ihre Verpackungen vertragen.
Ihre Kartons werden beim Wickeln verschoben oder eingedrückt? Besprechen Sie Folienqualität und Wicklereinstellung mit uns: +49 351 2075120 oder Beratung anfragen.
Vorreckung, Anlegezug und Haltewirkung unterscheiden
Diese Begriffe beschreiben unterschiedliche Teile des Wickelprozesses. Wer sie getrennt betrachtet, kann Folie und Maschineneinstellung gezielter auswählen:
- Vorreckung: Die Folie wird im Wickelkopf zwischen unterschiedlich schnell laufenden Walzen gedehnt, bevor sie die Palette erreicht.
- Anlegezug beziehungsweise Wickelspannung: Der Zug, mit dem die Folie an die Ware angelegt wird. Er muss zur Empfindlichkeit der Verpackungen und zum Palettenaufbau passen.
- Haltewirkung: Die Wirkung der gesamten Wicklung auf die Ladeeinheit. Sie entsteht aus den Folieneigenschaften, den aufgebrachten Kräften sowie der Anzahl und Verteilung der Folienlagen.
Eine hoch vorgereckte Folie muss deshalb nicht mit hohem Zug auf empfindliche Kartons aufgebracht werden. Umgekehrt beweist eine straff aussehende Wicklung allein noch keine ausreichende Palettenstabilität.
Welche Maschinenstretchfolie passt zu Ihrem Einsatz?
Zuerst die Stretchmaschine prüfen
Entscheidend ist, wie Ihr Wickler die Folie dehnt. Prüfen Sie Maschinenmodell, Folienwagen und Vorrecksystem. Bei manchen Geräten lässt sich die Vorreckung verändern, bei anderen wird sie durch die mechanische Übersetzung vorgegeben.
Die Folie sollte für die tatsächlich verwendete Vorreckung geeignet sein. Eine zu hohe Einstellung kann Abrisse oder ein ungeeignetes Wickelergebnis verursachen. Eine Maschine mit geringer Vorreckung nutzt eine höhere Dehnfähigkeit der Folie dagegen nicht automatisch aus. Andere Eigenschaften einer Powerfolie können dennoch einen Vorteil bieten.
Palettenaufbau und Verpackung berücksichtigen
Das Palettengewicht allein reicht für die Auswahl nicht aus. Ebenso wichtig sind:
- gleichmäßige oder unregelmäßige Konturen;
- scharfe Kanten und hervorstehende Packstücke;
- Eigenstabilität des Stapels;
- Druckempfindlichkeit von Kartons oder anderen Verpackungen;
- Höhe, Schwerpunkt und Abmessungen der Ladeeinheit;
- Beanspruchung beim Umschlag und auf dem Transportweg.
Eine kompakte Kartonpalette stellt andere Anforderungen als eine Mischpalette mit hervorstehenden Teilen. Bei empfindlicher Ware müssen Folienverteilung und Anlegezug den Zusammenhalt verbessern, ohne die Verpackung zu verformen.
Folienstärke zusammen mit der Qualität bewerten
Die Stärke wird in Mikrometern angegeben: 1 µm entspricht 0,001 Millimeter. Die Angabe beschreibt die Dicke der Ausgangsfolie, bevor sie auf der Maschine vorgereckt wird.
Neben der Stärke zählen nutzbare Vorreckung, Durchstoßfestigkeit, Weiterreißverhalten, Haftung und Halteverhalten. Eine dünnere Leistungsfolie kann eine dickere Standardfolie ersetzen, wenn sie das erforderliche Ergebnis im Wickelversuch erreicht.
Eine bloße Reduzierung der Stärke kann jedoch zusätzliche Folienlagen oder mehr Abrisse verursachen. Deshalb sollte jede Umstellung am tatsächlichen Verpackungsprozess geprüft werden.
Diese Rollenangaben sind beim Kauf wichtig
Vergleichen Sie neben Folienqualität und nutzbarer Vorreckung auch die Rollenspezifikation:
- Folienbreite: passend zum Folienwagen und zum Wickelprozess.
- Kerndurchmesser und Kernlänge: passend zur Rollenaufnahme.
- Rollenaußendurchmesser und Rollengewicht: innerhalb der zulässigen Maschinenwerte.
- Nettogewicht und Lauflänge: für die tatsächlich nutzbare Materialmenge.
- Haftseite: beispielsweise innen haftend, sofern für das Produkt angegeben.
- Farbe und Transparenz: passend zu Sichtbarkeit, Kennzeichnung und gewünschtem Sichtschutz.
Bei einseitig haftender Folie ist die Einbaurichtung zu beachten. Eine geeignete glatte Außenseite kann verhindern, dass benachbarte eingewickelte Paletten aneinander haften.
Kosten je Palette vergleichen
Ein niedriger Rollenpreis sagt wenig über die tatsächlichen Verpackungskosten aus. Aussagekräftiger sind der gemessene Folienverbrauch und die Materialkosten je ausreichend stabiler Palette.
Materialkosten je Palette = verbrauchte Folienmenge in Kilogramm × Preis je Kilogramm Nettomaterial
Zum Messen können Sie die Rolle vor und nach mehreren vergleichbaren Wicklungen wiegen und die Gewichtsdifferenz durch die Anzahl der fertig gewickelten Paletten teilen. Abgerissene oder verworfene Folie wird dabei ebenfalls als Verbrauch erfasst.
Das folgende Beispiel ist frei gewählt. Es beschreibt keine konkreten Artikelpreise oder garantierten Verbrauchswerte:
Beispiel Standardfolie
- Preis je Kilogramm Folie: 2,30 €
- Gemessener Verbrauch je Palette: 240 Gramm
- Materialkosten je Palette: 0,552 €
Beispiel Powerfolie
- Preis je Kilogramm Folie: 2,70 €
- Gemessener Verbrauch je Palette: 180 Gramm
- Materialkosten je Palette: 0,486 €
Obwohl die Powerfolie im Beispiel einen höheren Kilopreis hat, liegen ihre Materialkosten je Palette um 0,066 € niedriger. Bei 10.000 vergleichbaren Paletten wären das 660 €.
Voraussetzung für diesen Vergleich ist eine ausreichend stabile Ladeeinheit bei beiden Varianten. Für die Gesamtkosten zählen zusätzlich Unterbrechungen, Nachwicklungen und Ausschuss.
Wenn Sie vom Rollenpreis ausgehen, teilen Sie diesen durch das Nettogewicht der Folie ohne Pappkern. So vergleichen Sie die Kosten des nutzbaren Materials.
Für die Auswahl halten Sie am besten Maschinenmodell, bisherige Folienqualität und Verbrauch je Palette bereit. Dazu beraten wir Sie unter +49 351 2075120 oder über das Kontaktformular.
Folienwechsel mit einem Wickelversuch prüfen
Ein aussagekräftiger Vergleich beginnt mit repräsentativen Paletten und dokumentierten Einstellungen. So erkennen Sie, ob die neue Folie im täglichen Betrieb zuverlässig arbeitet:
- Ausgangssituation dokumentieren: Folienqualität, Maschinenparameter, Palettenaufbau und bisheriges Wickelprogramm erfassen.
- Folie und Vorreckung abstimmen: Den für das Produkt vorgesehenen Einsatzbereich und die Möglichkeiten des Wicklers berücksichtigen.
- Verbrauch und Verarbeitung messen: Folienmenge, Wickelzeit, Abrisse und Unterbrechungen bei vergleichbaren Paletten erfassen.
- Die Ladeeinheit kontrollieren: Folienverteilung, Verbindung zwischen Ware und Palette, verrutschte Packstücke und Verformungen prüfen.
- Haltewirkung beurteilen: Auch unterschiedliche Höhen der Ladeeinheit berücksichtigen. Für anspruchsvolle Anwendungen können geeignete Messungen und Stabilitätsprüfungen erforderlich sein.
Bei leichten Kartonpaletten achten Sie besonders auf Verschieben und Eindrücken während des Wickelns sowie auf den Zusammenhalt der fertigen Ladeeinheit. Wird die Folie, der Palettenaufbau oder das Wickelprogramm verändert, sollte das Ergebnis erneut überprüft werden.
Häufige Fragen zu Maschinenstretchfolie
Ist Powerfolie grundsätzlich besser als Normalcast?
Powerfolie kann bei passenden Anforderungen eine höhere Leistung oder einen geringeren Verbrauch ermöglichen. Bei einem einfachen Wickelprozess kann eine geeignete Standardfolie bereits wirtschaftlich arbeiten. Entscheidend sind Maschine, Ware und das überprüfte Wickelergebnis.
Warum ist vorgereckte Powerfolie für leichte Kartonpaletten sinnvoll?
Weil die Maschine die wesentliche Dehnung bereits im Wickelkopf übernimmt. Bei einer geeigneten, geregelten Folienzufuhr lässt sich die Folie anschließend mit geringem Anlegezug und wenig zusätzlicher Dehnung um die Ware legen. Das hilft, Verschieben und Eindrücken leichter Packstücke beim Wickeln zu vermeiden.
Wie dehnen zwei unterschiedlich schnell laufende Walzen die Folie?
Die erste Walze führt die Folie langsamer zu, während die zweite Walze sie mit höherer Umfangsgeschwindigkeit weitertransportiert. Die zweite Walze zieht in derselben Zeit mehr Folienbahnlänge ab. Deshalb wird die Folie zwischen den Walzen gedehnt, bevor sie zur Palette gelangt.
Bedeutet hohe Vorreckung automatisch hohen Druck auf die Ware?
Nein. Vorreckung im Wickelkopf und Anlegezug an der Palette sind unterschiedliche Größen. Ein passender Wickler kann die Folie stark vorrecken und trotzdem mit geringem Zug aufbringen. Folienqualität, Anlegezug und Wickelprogramm müssen zur Empfindlichkeit und benötigten Stabilität der Ware passen.
Entsteht die Rückstellkraft erst auf der Palette?
Die elastische Rückstellwirkung ist eine Eigenschaft der bereits gedehnten Folie. Sobald die Folie die Ladeeinheit umschließt, begrenzt die Ware das Zurückziehen. Die daraus wirkenden Kräfte tragen zum Zusammenhalt bei. Der Kontakt mit der Palette schaltet die Rückstellwirkung also nicht erst ein.
Wird Powerfolie völlig ohne Zug angelegt?
Bei geeigneten Wicklern lässt sich die Anlegespannung niedrig einstellen. Das bedeutet jedoch nicht automatisch eine völlig zugfreie Anwendung. Die Folie muss gleichmäßig anliegen und zusammen mit dem Wickelprogramm genügend Haltewirkung erreichen, ohne die Verpackung unzulässig zu verformen.
Kann ich Powerfolie auf einem Wickler ohne Vorreckeinheit einsetzen?
Das hängt von der konkreten Folie und der Maschine ab. Der wirtschaftliche Vorteil einer hohen maschinellen Vorreckung wird auf einem einfachen Bremswickler nicht automatisch ausgeschöpft. Auch das schonende Anlegen vorgereckter Folie setzt ein dafür geeignetes System voraus. Prüfen Sie die Einsatzempfehlung der jeweiligen Folienqualität.
Ist Powerfolie bei der Lieferung schon vorgedehnt?
Die Bezeichnung Power allein bedeutet das nicht. Hochdehnbare Maschinenfolie wird während des Wickelprozesses in der Vorreckeinheit gedehnt. Werkseitig vorgedehnte Folie ist eine eigene Produktausführung, die bereits vor der Lieferung einen zusätzlichen Reckprozess durchlaufen hat.
Kann ich jede Maschinenfolie beliebig stark vorrecken?
Nein. Die Folie muss für die tatsächlich verwendete Vorreckung ausgelegt sein. Zu starke Beanspruchung kann Abrisse, eine zu stark verjüngte Folienbahn oder ein ungeeignetes Wickelergebnis verursachen. Folienqualität und Maschinenparameter müssen zusammenpassen.
Wie viele Wicklungen braucht eine Palette?
Dafür gibt es keine allgemein passende Zahl. Palettenhöhe, Kontur, Überlappung, Folienqualität und notwendige Haltewirkung bestimmen das Wickelprogramm. Besonders die Verbindung zwischen Ware und Palette sowie ausreichend gesicherte Bereiche über die gesamte Höhe sind zu prüfen.
Warum reißt die Stretchfolie?
Mögliche Ursachen sind eine ungeeignete Folienqualität, zu hohe Vorreckung oder Anlegespannung, beschädigte Rollenkanten, falsches Einfädeln oder scharfe Kanten an der Ware. Auch der Zustand der Folienführung und Walzen sollte kontrolliert werden.
Warum werden Kartons beim Wickeln eingedrückt?
Der Anlegezug oder die gesamte Haltewirkung kann für die Verpackung zu hoch sein. Auch der Stapelaufbau spielt eine Rolle. Bei leichten und empfindlichen Kartons sind eine passende Vorreckeinheit, geregelte Folienzufuhr und geeignete Folie besonders hilfreich. Die Einstellungen sollten den nötigen Zusammenhalt ohne schädliche Verformung erzeugen.
Ist eine dickere Folie immer die richtige Wahl für schwere Paletten?
Die Auswahl lässt sich nicht allein an Gewicht und Mikrometerzahl festmachen. Eine schwere, kompakte Ladeeinheit kann andere Anforderungen haben als eine leichtere, instabile Mischpalette. Maßgeblich ist das Zusammenspiel von Folie, Verpackung, Wickelprogramm und Transportbeanspruchung.
Schützt Maschinenstretchfolie vor Staub und Regen?
Eine geeignete Wicklung kann die abgedeckten Flächen vor Verschmutzung und Feuchtigkeit schützen. Die Oberseite bleibt bei einer üblichen seitlichen Wicklung häufig offen. Für zusätzlichen Schutz kommen geeignete Deckblätter oder andere Verpackungslösungen infrage. Wasserdichtheit lässt sich aus der Folienbezeichnung allein nicht ableiten.
Ist schwarze Stretchfolie automatisch UV-beständig?
Die Farbe allein bestätigt keinen UV-Schutz oder die Eignung für längere Außenlagerung. Entscheidend ist eine ausdrücklich angegebene UV-beständige Ausführung und deren vorgesehene Einsatzdauer.
Wie sollte Maschinenstretchfolie gelagert werden?
Lagern Sie die Rollen geschützt im Innenbereich und vermeiden Sie direkte Sonne, starke Temperatureinflüsse sowie Beschädigungen. Besonders die Rollenkanten sollten unversehrt bleiben. Konkrete Lagerbedingungen und Lagerdauer richten sich nach den Herstellerangaben.
Ist Maschinenstretchfolie recycelbar?
PE-Stretchfolien können in geeigneten Sammel- und Recyclingströmen mechanisch verwertet werden. Saubere, möglichst sortenreine Sammlung unterstützt dies. Ob ein Artikel Rezyklat enthält und in welchem Umfang, ist eine separate Produkteigenschaft und sollte der Produktspezifikation entnommen werden.
Ersetzt Stretchfolie die Ladungssicherung im Fahrzeug?
Stretchfolie unterstützt den Zusammenhalt der Ware auf der Palette. Die Sicherung dieser Ladeeinheit im Transportfahrzeug ist zusätzlich zu beurteilen und kann weitere Maßnahmen erfordern.
Beratung zur passenden Maschinenstretchfolie
Ob Normalcast oder Powerfolie: Wir helfen Ihnen bei der Auswahl einer Qualität, die zu Ihrer Stretchmaschine und Ihrer Palettenware passt. Besonders bei leichten Kartons, empfindlichen Verpackungen oder wiederkehrenden Folienabrissen lohnt sich ein Blick auf den gesamten Wickelprozess.
Für eine gezielte Beratung sind folgende Angaben hilfreich:
- Hersteller und Modell Ihres Palettenwicklers sowie Art der Vorreckeinheit;
- bisherige Folienqualität, Folienstärke und Rollenspezifikation;
- Art, Gewicht und Aufbau der Palettenware, gern mit einem Foto;
- aktuelle Herausforderungen wie Abrisse, verrutschende Ware oder eingedrückte Kartons.
Telefonische Beratung: +49 351 2075120
Schreiben Sie uns über das Kontaktformular für Ihre Folienberatung. Gemeinsam lässt sich beurteilen, welche Maschinenstretchfolie und welche Verarbeitung zu Ihrem Einsatz passen.